Gottesdienste

Im Kalender finden Sie die Termine für Gottesdienste in den Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg. Ebenso finden Sie aber auch die Gottesdienste in Krankenhäusern und Einrichtungen.

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Veranstaltungen

Konzerte, Musik, besondere Gottesdienste, Kulturveranstaltungen etc.

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Kircheneintritt

Wir laden Sie ein, neue Erfahrungen mit Gemeinde, Glaube und Gott zu suchen. Wir laden Sie herzlich ein, Mitglied in der Evangelischen Kirche zu werden.

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Diakonie in Duisburg

Die Diakonie der evangelischen Kirche in Duisburg bietet Rat, Hilfe und Unterstützung in allen Lebenslagen und ist in sämtlichen Bereichen der sozialen Arbeit tätig.

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Losung für den 17.12.2017

Als die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und diene dem HERRN, deinem Gott. 1.Könige 2,1-2.3

Paulus schreibt: 

Wir lassen nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, dass ihr, des Herrn würdig, ihm ganz zu Gefallen lebt und Frucht bringt in jedem guten Werk. Kolosser 1,9-10

Umfrage zum Kirchenaustritt

Sie sind aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Wir bedauern Ihren Schritt, aber wir respektieren ihn auch. Uns interessiert, was Sie zum Austritt bewogen hat.

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Service

Dr. Irmgard Schwaetzer in der Salvatorkirche, Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg Dr. Irmgard Schwaetzer in der Salvatorkirche, Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg

Präses der EKD spricht beim Neujahrsempfang des Duisburger Kirchenkreises

Erfahrungen des Reformationsjubiläums zu einem Aufbruch nutzen

Gut besucht war auch der 10. Neujahrsempfang des Ev. Kirchenkreises Duisburg zum Beginn des neuen Kirchenjahres. 250 Gäste aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kirche hörten in der Salvatorkirche den Vortrag von Dr. Irmgard Schwaetzer. Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland sprach über „Zukunft auf gutem Grund – Was nach dem Reformationsjubiläum geschehen muss“.

Der Vortrag in der Salvatorkirche ist auf dieser Seite unten als Download nachzulesen, es gilt das gesprochene Wort.

Frau Dr. Schwaetzer gehörte von 1980 bis 2002 für die Freie Demokratische Partei dem Deutschen Bundestag an, war von 1987 bis 1991 Staatsministerin im Auswärtigen Amt und von 1991 bis 1994 Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. 2013 wurde sie zur Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt. Vor gut zwei Wochen hatte die Synode der EKD unter der Leitung von Frau Dr. Schwaetzer in Bonn getagt und sich ausführlich mit dem Reformationsjubiläum beschäftigt. Die Besucherinnen und Besucher des Duisburger Neujahrsempfanges konnten aus erster Hand hören, welche Impulse von diesem Jubiläum ausgehen könnten.

Die Tagung der Synode sah in der Auswertung des Reformationsjubiläums, dass im Jubiläumsjahr an unzähligen Orten ganz neue Ideen entstanden sind. „Erfolgreich waren wir vor allem dann, wenn wir uns neue Kooperationspartner wie Bürgervereine, Volkshochschulen, Theater gesucht haben, wenn wir mit neuen Formaten an neue Orte gegangen sind, wenn wir mentale oder tatsächliche Kirchenmauern verlassen haben. Dann kamen auch die Menschen, die wir sonst nicht erreichen.“

Superintendent Schneider; Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg Bild-LupeSuperintendent Schneider; Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg

Während der Synoden-Tagung sei der Wunsch spürbar gewesen, dass die Erlebnisse des Jubiläumsjahres zu einem Aufbruch der Kirche werden möge, erläuterte Dr. Schwaetzer. Dabei seien vier Aufgabenfelder ausgemacht worden, an denen weitergearbeitet werden soll. Zum einem solle die vielfältige Beteiligung am Leben der Kirche gefördert werden. Hierzu sollten überzeugende Formate gefördert werden, „um die reformatorischen Inhalte noch deutlicher in der ganzen Breite der Gesellschaft zu präsentieren.“ Weitere Aufgabe für Kirche sei es, zeitgemäß zu kommunizieren. Es ginge einerseits um das Umschalten von dem Sende- in den Empfangsmodus. Andererseits ginge es auch darum, als Kirche auch im digitalen Raum aktiv zu sein. Zudem gelte es, die ökumenische Einheit zu vertiefen. Die sichtbare Einheit in versöhnter Verschiedenheit habe in vielen gemeinsamen Gottesdiensten aufgeleuchtet. Und: „Die neue Offenheit füreinander ändert die Grundtonart des ökumenischen Gespräches. Es wird nicht zuerst gefordert, was der Partner noch ändern soll, sondern darüber nachgedacht, was in der je eigenen Tradition der Ökumene im Wege steht.“ Schließlich sei es eine weitere Aufgabe, Kirche neu zu denken. An diesen vier Aufgabenfeldern wolle die Synode der EKD gemeinsam mit Rat und Landeskirchen, Kirchenkreisen, Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen weiterarbeiten. „Und wir brauchen dafür den Erfahrungsaustausch und – wenn Sie wollen – die Kooperation mit Ihnen, die Sie in der Politik, in Vereinen oder anderen Organisationen aktiv sind. Das Zusammentreffen heute zeigt, wie gut und selbstverständlich wir beieinander sind, wie sehr die Werte von Freiheit, Toleranz und Zugewandtheit – wir Christen nennen es Nächstenliebe – unser Handeln bestimmen.“ Als sogenannte „staatstragende Institutionen“ habe Kirche eine Verantwortung für den Zusammenhalt und das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft, für den Fortbestand einer lebendigen Demokratie. „Wir sind alle gefordert, mit den Veränderungen in unserer Gesellschaft umzugehen. Vieles davon ist entstanden oder verstärkt worden im Sommer 2015, aus der Situation nach der Ankunft so vieler Schutzsuchender und Flüchtlinge, aus der Gewissheit, dass unsere Gesellschaft sich verändern wird, aber unklar ist, wie. Diese Frage nach der Identität führt zu einer tiefgreifenden kulturellen Verunsicherung. Es ist Zeit über den Frust und die Wut zu reden, mit jedem und jeder, die dazu bereit ist, Wege zum friedlichen Zusammenleben zu finden, zu einer toleranten, offenen Gesellschaft. Das ist nicht einfach, aber wirklich ohne Alternative. Warum haben wir das nicht früher getan, wir, die Bürger, wir, die Kirchen? Die Synode, also das Kirchenparlament der EKD beschäftigt sich seit Jahren mit rechtspopulistischen Gefährdungen, auch bei unseren Mitgliedern. Dabei merken wir auch: die Zurückhaltung, wirklich sehen zu wollen, was es an versteckten antisemitischen, antimuslimischen, an rassistischen Haltungen tatsächlich gibt, ist in der Gesellschaft groß. Das können wir nicht akzeptieren, denn wir spüren, dass dadurch die Unsicherheit vieler ausländischer Mitbürger, vor allem unserer jüdischen Geschwister wächst, die sich fragen, ob dies noch ihr Land ist. Wir haben Verantwortung auch dafür, dass jeder Mensch mit seinem Glauben, seinen Traditionen in Deutschland frei und unbehelligt leben kann – so garantiert es das Grundgesetz.“

Bild-Lupe"Salvocal" beim Empfang; Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg

Dass es keine festen Antworten geben, läge in der Natur der Kirche, schloss Dr. Schwaetzer ihre Rede und zitierte aus dem 1. Johannesbrief: „Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden.“ Dieser Vers habe über dem Prozess der Auswertung des Reformationsjubiläums durch die Synode gestanden. „Er richtet uns nach vorne aus; denn aller Rückblick ist kein Selbstzweck, sondern Vergewisserung auf Zukunft hin. Und alle Gottesdienste, alle Projekte und Aktionen, alle Anstrengungen und Bemühungen sind von diesem Wissen geprägt, dass wir das Entscheidende nicht selbst machen können: Glauben stiften, Gewissheit pflanzen, Hoffnung stärken – das bleiben Gottes Werke. Er entscheidet, was wir sein werden. Er führt uns zu Orten, die wir noch nicht kennen. Er lässt uns Worte finden, die wir noch nie gesprochen haben. Er stiftet Gemeinschaft, wo wir Trennung sehen, er stiftet Haltung, wo wir Unruhe fühlen. Es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden, weil wir noch wachsen können hin zu ihm, zu Christus. In summa: Wir sollen werden, was wir schon sind: Gottes Kinder.“

Superintendent Armin Schneider dankte der Rednerin mit den Worten „Ganz herzlichen Dank, Frau Dr. Schwaetzer! Ja, wir stehen auf gutem Grund. Denn wie schreibt der Apostel Paulus: ‚Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus‘ Im Vertrauen darauf können wir aufbrechen und die Kirchenmauern verlassen. Uns einlassen auf unsere säkulare Gesellschaft, dahin gehen, wo die Menschen sind, neugierig werden auf das, was sie uns zu sagen haben; neu zuhören lernen und nicht Antworten geben auf Fragen, die kein Mensch gestellt hat. Dialogfähig werden. Das sind die Herausforderungen für die Zukunft. Ihnen werden wir uns stellen müssen.“

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03.12.2017



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