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Service

Ulrich Eichhorn an seinem Arbeitsplatz; Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg Ulrich Eichhorn an seinem Arbeitsplatz; Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg

Kirchenverwaltungsdirektor Ulrich Eichhorn geht in den Ruhestand

„Ich muss jetzt erstmal den Kirchenkreis loslassen.“

Ulrich Eichhorn war Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Evangelischen Kirchengemeinden der Stadt Duisburg, später Leiter der kreiskirchlichen Verwaltung und zuletzt Geschäftsführer des Verwaltungsamtes im Evangelischen Kirchenkreis Duisburg. Kurz vor seinem Ruhestand blickt er auf 45 Jahre Arbeit in der kirchlichen Verwaltung zurück.

Über den Tisch gebeugt bleibt sein Blick bei einem der vielen dort ausgebreiten Bilder hängen. „Das muss in Ost-Berlin gewesen sein, in den 80ern.“ Viele Verwaltungsämter in der Evangelischen Kirche im Rheinland hatten Partnerschaften mit kirchlichen Verwaltungen in der DDR. „Da gab es Erfahrungsaustausch und einmal im Jahr haben wir uns besucht. Ich erinnere mich: Den Grenzern erschienen unsere Paginierstempel verdächtig, ich musste das erklären, alles auspacken... Das ist lange her.“ Für jemanden, der sich ungern im Mittelpunkt sieht, sind Bilder von Betriebsausflügen, Veranstaltungen, Sitzungen oder Feiern eine gute Hilfe, ins Gespräch einzusteigen. Sie zeigen ehemalige Kolleginnen und Kollegen, die selbst im Ruhestand sind, sie zeigen Mitarbeitende des Verwaltungsamtes, Pfarrerinnen und Pfarrer der Gemeinden und natürlich Ulrich Eichhorn. Zu jedem Bild gibt es eine Geschichte.

Die Anfänge

Ein Bild zeigt ihn als kleines Kind, vielleicht drei Jahre alt. „Ich bin in Orsoy geboren, in Baerl steht das Großelternhaus, 1957 sind wir nach Rheinhausen gezogen, wo ich seitdem wohne. Ja, da habe ich die längste Zeit verbracht. Ich kann schon sagen - Rheinhausen ist meine Heimat.“ Ob die Eltern Einfluss auf die Berufswahl hatten? „Wenn, dann meine Mutter. Mein Vater ist sehr früh gestorben, da war ich gerade 11 Jahre alt. Ich hatte aber eine enge Bindung zur evangelischen Kirche. Durch die Jugendarbeit, später die Konfirmandenzeit, die Freizeit, den CVJM. Dass ich mit 17 beruflich bei der Kirche gelandet bin, war eher Zufall. Ich hatte zwei Bewerbungen geschrieben, habe zwei Zusagen bekommen und mich für das Größere entschieden, den Gemeindeverband Rheinhausen.“ Ulrich Eichhorn musste auch spitze Bemerkungen aushalten: „Zählst Du jetzt Kollekten? Läutest Du Glocken?“ Die Ausbildung konnte er durch die mittlere Reife von drei auf zwei Jahre verkürzen. Anschließend trat er direkt in die dreijährige Anwärterschaft für Kirchenbeamte, in der er alle notwendigen Lehrgänge absolvierte. Ulrich Eichhorn blieb in Rheinhausen bis 1979 Günter Zimmermann, der ehemalige Leiter des Duisburger Gesamtverbandes der evangelischen Gemeinden, ihn als seinen Stellvertreter in die Duisburger Innenstadt holte. Er fand eine „Behörde“ mit 35 Angestellten vor. Um diese Zeit wurden große Einrichtungen gegründet: Das evangelische Familienbildungswerk, die Telefonseelsorge, das Diakonische Werk und am 1.1.1979 öffnete die evangelische Beratungsstelle.

Ulrich Eichhorn fährt seit 1979 fast täglich - oft auch an den Wochenenden - über die Rheinbrücke. Auf die Frage, ob er inzwischen Duisburger sei oder vielmehr Rheinhauser geblieben ist, antwortet er: „Wenn ich irgendwo in der Ferne bin, sage ich, dass ich in Duisburg wohne. Im Innenverhältnis bin ich Rheinhauser.“

Der Geschäftsführer des Gesamtverbands

Ein Porträtfoto von Ulrich Eichhorn leitet zum Sprung ins Jahr 2000 über. Das Bild gehört zu einem Artikel in der Kirchenzeitung „DER WEG“. Es geht um den Wechsel an der Spitze des Gesamtverbandes Evangelischer Kirchengemeinde. Ulrich Eichhorn wurde neuer Geschäftsführer. Damals sagte Eichhorn: „Ich hoffe, mit allen Bereichen vertraut zu sein, werde aber sicher noch einiges lernen müssen.“ Umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen hatte er für seine neue Aufgabe sammeln können, denn seit 1979 erhielt er beim Gesamtverband Duisburg intensiven Einblick in alle Arbeitsgebiete - seien es die Einrichtungen, Baubeihilfen, Kassenorganisation oder Meldewesen. Der Verwaltungsfachmann wusste damals, dass der Datenaustausch mit den Pfarrern über Mikro-Fiches und das Zeitalter der Karteikarten zu Ende ging. Ulrich Eichhorn blickt jetzt zurück und sagt „Wir haben uns hier in Duisburg sehr, sehr früh auf den Weg gemacht, autark im Meldewesen tätig zu sein. Wir haben selbst die Änderungsdienste mit der Stadt verabredet und bearbeitet und wir waren verdammt gut.“ Die wohl allgemein größte Herausforderung in der Verwaltung war im Rückblick, „über die Jahre, die Mitarbeitenden mitzunehmen wie Elektronik funktioniert - von der Schreibmaschine, zum Schreibautomaten bis hin zum Computer.“ Wegmarken in dieser Zeit? Der Umbau in der Diakonie, dann der Bereich der Fusionen der Gemeindeämter, zuerst Süd und Gesamtverband, dann 2004 die Auflösung des Gesamtverbandes und später die Fusion des neuen Verwaltungsamtes mit dem Gemeindeamt Nord. „Wir hatten früher Mitarbeitende nie so mitgenommen. Das hat sich schon stark verändert.“ Mit der Fusion der beiden Kirchenkreise Duisburg Nord und Süd und dem Ausscheiden der beiden Walsumer Gemeinden aus dem Gesamtverband „waren auf der Fläche zwei Körperschaften: der Gesamtverband hatte die finanzielle Hoheit und viele kreiskirchliche Aufgaben und der Kirchenkreis war die politische Größe.“ Zwei Organisationsstrukturen waren nicht mehr notwendig und auch nicht zu rechtfertigen. Rechtsnachfolger des Gesamtverbandes mit allen Rechten und Pflichten wurde der Evangelische Kirchenkreis Duisburg.

Gesamtverband und ein Kirchenkreis

Schwergefallen sei ihm die Auflösung des Gesamtverbandes nicht, „denn es gibt auch eine Entwicklung nach vorne.“ Aber: „‚Einer trage des anderen Last‘ war der Spruch des Gesamtverbandes und wenn ich mir heute die Solidargemeinschaft angucke, gibt es schon Interessen, Sachen aufzulösen - und das finde ich schwierig. So halte ich die Auflösung der Baubeihilfe für falsch.“ Außerdem wäre es nur eine Frage der Zeit, bis über die Grenzen der Stadt hinaus bezüglich der kirchlichen Verwaltung gedacht werden muss. „Leuten, die nicht bei ‚Kirchens‘ sind, ist nicht zu vermitteln, warum wir in der Kommune Duisburg drei Kirchenkreise antreffen.“ In zehn Jahren hätte die heutige kirchliche Verwaltung ein anderes Gesicht, davon ist Ulrich Eichhorn überzeugt. Dem Verwaltungsamt wünscht er einen optimistischen Blick nach vorne, denn „Zukunft ist auch was Gutes.“

Der Marienhof und die Solidarität

Ein letztes Bild zeigt eine Feier beim Betriebsausflug im Familienferiendorf „Marienhof“ auf Borkum. Ziel des Familienferiendorfes war es, Eltern mit ihren Kindern – unabhängig von ihrer Konfession – einen familiengerechten und abwechslungsreichen Erholungsaufenthalt zu bieten und diesen insbesondere kinderreichen und einkommensschwachen Familien zu ermöglichen. 1986 hatte der Gesamtverband als Betreiber den Marienhof als Familienferiendorf vom Evangelischen Christophoruswerk e.V. übernommen. Für den Duisburger Kirchenkreis, Rechtsnachfolger des Gesamtverbandes, bedeutete der Betrieb des Marienhofes einen jährlichen Zuschuss von 30.000 Euro. Am 15. Oktober 2011 wurde der Betrieb des „Marienhofs“ eingestellt und an einen Investor verkauft. „Wir waren damit nicht konkurrenzfähig und hatten einen Investitionsstau. Sachlich war der Verkauf richtig. Es ist aber schon schade, dass es solche Einrichtungen auf dem gesamten Gebiet der Landeskirche nicht mehr gibt. Diese Solidargemeinschaft vermisse ich.“

„Was hat Ihnen in Zeiten des Drucks, des Stresses Halt gegeben?“

Vordergründig waren das sicher die berühmt-berüchtigten grünen Zettel, die Ulrich Eichhorn in jeder Situation zücken konnte und auf denen er schnell etwas notierte. „Sie waren wichtig für mich, denn was ich notierte, konnte ich letztendlich auch wieder vergessen.“ Was Ulrich Eichhorn aber wirklich Halt gegeben hat, war seine Familie. Es hat ihn schon geschmerzt, als einer seiner Söhne - damals fünfjährig - zu Besuch „im Büro“ war und durch die Räume blickend fragte: „Wo ist denn dein Bett?“ Die Anekdote kann Ulrich Eichhorn auch heute nur mit einem halben Lächeln erzählen. Im Ruhestand will er zunächst keine neuen Ämter übernehmen, sondern zur Ruhe kommen - „Ich muss jetzt erstmal den Kirchenkreis loslassen.“

Bild und Text: Rolf Schotsch

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08.03.2018



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