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Diakonie in Duisburg

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Losung für den 24.09.2018

Der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände. 5.Mose 30,9

Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. Philipper 2,13

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Service

Dr. Gysi und Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, vor Beginn der Kanzelrede. Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg; Merkelt-Rahm Dr. Gysi und Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, vor Beginn der Kanzelrede. Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg; Merkelt-Rahm

Kanzelrede in Salvator

Gysi fragt sich, ob Jesus heute ein Linker wäre

Die 550 Plätze in der Salvatorkirche reichten bei weitem nicht aus, um alle Besucher aufzunehmen, die hören wollten, was Gregor Gysi als prominenter Kanzelredner zum Thema „Braucht die Gesellschaft Gott?“ zu sagen hatte.

„Herr Doktor Gysi macht die Kirchen voll“, begrüßte Superintendent Armin Scheider mit einem Schmunzeln den Gast, „der als Partei und Bundestagsfraktionsvorsitzender maßgeblich an der Integration der Partei des demokratischen Sozialismus (PDS) in das demokratische Parteienspektrum der BRD beteiligt“ gewesen sei. Bis 2015 war der Rechtsanwalt Fraktionsvorsitzender der Linken und Oppositionsführer im Deutschen Bundestag. Gysi eröffnete seine Kanzelrede mit einer Anekdote, die seinen Ruf als unterhaltsamer Plauderer festigte. Als Gaddafi die DDR besuchte, fragte er nach einer Moschee und erfuhr, dass man zu einer muslimischen Gebetsstätte nach Westberlin reisen müsse. Darauf überwies der Libysche Staatschef die Gelder zum Bau einer DDR-Moschee, aber die Verantwortlichen vergaßen, diese auch zu errichten und mussten sechs Jahre später bei seinem nächsten Besuch hastig eine Moschee vortäuschen. „Die Welt gibt sich viel zu oft mit Potemkin’schen Dörfern zufrieden“, folgerte Gysi, der auf der Suche nach Substanz zu einem unerwarteten Befund kam. „Zurzeit bringen nur die Kirchen grundsätzlich allgemein verbindliche Werte und Moralvorstellungen in die Gesellschaft“, sagte er. Nachdem die multinationalen Konzerne den weltumspannenden Lebensstandardvergleich organisiert hätten, sei aus der zuvor national zu beantwortenden sozialen Frage eine Menschheitsfrage geworden. Das Ergebnis sei der neoliberale, extrem nationale Egoismus vom Schlage Donald Trumps mit seinem „America First“-Slogan. „Die dagegen sind, müssen sich dringend zusammensetzen, wo sie auch immer politisch sonst stehen“, mahnte Gysi eindringlich. Er plädierte ganz im linken Sinne für die weltweite Umverteilung der Reichtümer und erinnerte an expandierende deutsche Waffenexporte. „Hätten wir nicht nach fünfundvierzig sagen müssen: Wir wollen nie wieder an Krieg verdienen?“ fragte er und viele seiner Äußerungen wurden – eher ungewöhnlich für das Gottesdienstformat Kanzelrede – heftig beklatscht. Wenn Jesus heute zur Welt käme, dann wäre er wohl kein Parteimitglied, aber er wäre ein Linker, darüber war sich Gysi ganz sicher. „Ich bin ja froh nicht gefragt worden zu sein, ob Jesus wohl Kirchenmitglied wäre“, antwortete Schneider ihm zum Abschied, „aber es kommt wohl mehr darauf an, wo wir uns hinstellen. Wenn das der Platz bei den Notleidenden und Unterdrückten ist und wir dort nebeneinander stehen – umso besser.“ Musik von Hanns Eisler, mit schneidenden Texten aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, brachten Helena Günther und Marcus Strümpe zu Gehör. Die Ballade von den Säckeschmeißern, das Lied der Heinzelmännchen und der ironische Gruß an die Mark Brandenburg haben nichts von ihrer Aktualität verloren.

Text und Bild: Sabine Merkelt-Rahm

Das Redemanuskript finden Sie weiter unten im PDF-Format als Download

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12.03.2018



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