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Losung für den 12.12.2018

Siehe, auch jetzt noch ist mein Zeuge im Himmel, und mein Fürsprecher ist in der Höhe. Hiob 16,19

Paulus schreibt: 

Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich. 2.Timotheus 4,16-17

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Service

Hans Leyendecker beim Neujahrsempfang auf der Kanzel der Salvatorkirche; Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg; Merkelt-Rahm Hans Leyendecker beim Neujahrsempfang auf der Kanzel der Salvatorkirche; Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg; Merkelt-Rahm

Investigativ-Journalist Leyendecker bereut manche Recherchen

„Ein Miesmacher, Wegschauer und Zyniker wollte ich nie sein.“

Den Anbruch des neuen Kirchenjahres feierte der evangelische Kirchenkreis mit einem Empfang am Vorabend des ersten Advents. Superintendent Armin Schneider begrüßte geladene Gäste aus Kirche, Politik und Verwaltung in der voll besetzten Salvatorkirche. Er stellte den Gastredner des Abends, Deutschlands wohl bekanntestem Investigativ-Journalisten Hans Leyendecker, vor.

Leyendecker leitete bis 2016 das Investigativ-Ressort der Süddeutschen Zeitung leitete. Leyendecker, von Hause aus katholisch, entschied sich vor Jahren für einen Konfessionswechsel. „Und nun werden Sie der erste Präsident eines evangelischen Kirchentags sein, der katholisch getauft ist“, sagte Schneider schmunzelnd.

Über seine Erfahrungen als kritischer Journalist sprach Leyendecker, der sich auf der Salvatorkanzel sehr wohl zu fühlen schien und dem beim gemeinsam gesungenen Adventslied „das Herz aufging“. Er beeindruckte seine gebannt lauschenden Zuhörer nicht nur durch Einsichten in seinen spannenden Beruf, sondern auch durch seine persönliche Haltung die sich von Demut und Kritikfähigkeit geprägt zeigte. „Habe ich immer nur nach der Wahrheit gesucht?“, das frage er sich schon, bekannte Leyendecker, der seit der Flick-Affäre von 1982 an vielen scheinbar sauberen Oberflächen kratzte. Auf manche Rechercheergebnisse sei er immer noch stolz, wenn etwa staatragende Parteien sich energisch an staatlichen Forderungen vorbeigearbeitet hätten, sagte Leyendecker, der bis 1997 beim Spiegel tätig war. Andere Projekte, die zum Karriereende von Menschen wie Lothar Späth geführt hätten, bereue er inzwischen. Ihm seien jetzt zynische Sätze peinlich, die er früher ganz selbstverständlich gebraucht habe, wie zum Beispiel: „Bei dem haben wir berufsverändernd gewirkt“. Heute würde er jungen Kollegen weniger Tipps dazu geben, wie sie an belastendes Material kämen und mehr dazu sagen, wie sie im Investigativ-Geschäft selber sauber bleiben könnten.

Er beschrieb die immer kürzer werdenden Nachrichtenzyklen, die zunehmend reißerische Karussellfahrt von immer mehr Updates, Laufschriften und Sondersendungen. Und doch säßen viele, die durch die neuen Medien mehr Zugänge zum Geschehen in der Welt hätten als je zuvor, zurückgezogen in ihren eigenen Echokammern und Filterblasen. Es werde in der Fülle des Informationsstroms immer schwieriger, die Fakten von den Fakes zu unterscheiden. Auch deshalb boome der Investigativ-Journalismus besonders in Amerika zurzeit kräftig. Man suche bei allen Blättern händeringend nach guten Journalisten, allein schon um die Tweets von Präsident Trump seriös prüfen zu können.

„Journalisten sind die vierte Gewalt im Staat und schauen den Mächtigen auf die Finger“, sagte Leyendecker und erinnerte an ermordete Kollegen in aller Welt, „aber sie haben auch die Aufgabe, etwas für den Zusammenhalt der Gesellschaft zu tun.“ Und das gelinge eben nur, wenn man auf Scharfmacherei und Zynismus verzichte. Mit minutenlangem Applaus belohnten seine Zuhörer die Rede, bei der er abschließend sagte: „Ein Miesmacher, Wegschauer und Zyniker wollte ich nie sein.“

Text und Bild: Sabine Merkelt-Rahm

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03.12.2018



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