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    Partnerschaft Litauen - Generalsuperintdent der Reformierten Kirche besucht Kirchenkreis

    Christ sein unter schwierigen Bedingungen

    Rimas Mikalauskas (links) und Dieter Gartmann junior bei der Besichtigung der Salvatorkirche.

     

    18. November 2008

    Fasziniert vom Lichteinfall und der schieren Größe lässt Rimas Mikalauskas die Duisburger Salvatorkirche auf sich wirken. Anfang November besuchte er den Evangelischen Kirchenkreis Duisburg in seiner offiziellen Funktion: als Generalsuperintendent der Reformierten Kirche Litauen.

    Seine Landeskirche hat geschätzte 8.000 Mitglieder. Eine genaue Erfassung der Mitglieder gibt es nicht, denn die litauische Gesetzgebung kennt keine Kirchensteuer und das kircheneigene Meldewesen steckt in den Kinderschuhen. Insgesamt sechs Pfarrer betreuen die Gläubigen, und um sie zu erreichen, legen die Geistlichen viele Kilometer zurück. Mikalauskas Wunsch ist es, in allen großen Städten Litauens Gottesdienststätten einzurichten. Doch noch ist das alles Zukunftsmusik.

    Vor zwei Jahren feierte die Reformierte Kirche Litauens ihr 450. Bestehen, doch trotz der langen Tradition, musste sie in den letzten 80 Jahren um ihr Überleben kämpfen. Wie auch alle anderen Religionsgemeinschaften mussten die Reformierten im real existierenden Sozialismus ihre Gottesdienste im Verborgenen feiern. Mit den Jahren starben die letzten Pfarrer aus; Studium und Ausbildung junger Pfarrer war im Kommunismus verboten. Seit der Selbstständigkeit Litauens, die auf die Auflösung der UdSSR folgte, kämpfen alle anerkannten Religionen des Landes um die Rückgabe enteigneter Güter und Gebäude. Reich ist die Reformierte Kirche Litauens trotzdem nicht geworden. Pfarrer werden aus freiwilligen Spenden der Mitglieder bezahlt; Kirchensteuern gibt es in dem baltischen Staat nicht. So erzählt Rimas Mikalauskas von verlassenen Dörfern, deren Friedhöfe im Sommer mit Besuchern belebt sind. Verwandte aus den Städten gedenken mit Gottesdienst, gedeckten Tischen, Essen und Getränken ihrer Toten; und die Pfarrer verdienen ein Zubrot. „Ein verstecktes orthodoxes Erbe," bemerkt der litauische Pfarrer.

    Trotz aller widrigen Bedingungen blickt Generalsuperintendent Mikalauskas hoffnungsvoll in die Zukunft. Dabei ist es nicht nur sein Glaube, der ihn stärkt, sondern auch die Hilfe großer Partner aus dem Westen. „Nur so war es möglich, an den Aufbau eines Kinderheimes zu denken," sagt Pfarrer Mikalauskas. Neben anderen Partnerschaften verbindet die Reformierte Kirche Litauens auch mit der evangelischen Kirche Duisburg bereits eine lange Zusammenarbeit. Beziehungen bestehen seit 1992 über den ehemaligen Kirchenkreis Duisburg – Nord. Diesen Kontakt haben maßgeblich das Ehepaar Romberg und Pfarrer Dieter Gartmann aufgebaut und weiterentwickelt. Dieter Gartmann Junior, Berufsschulpfarrer führt nun die Arbeit fort. So wie im letzten Jahr, als Dieter Gartmann am Jugendcamp in Litauen teilnahm. Mikalauskas, 41 Jahre alt, kennt ihn noch aus Studienzeiten in Polen und sieht ihn auch heute noch als seinen Mentor in Sachen Jugendarbeit.

    RS