Edgar de Haan, Jugendreferent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg
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Jugendreferent Edgar de Haan
"Die Hauptsache ist das Gespräch"
Die Hauptsache ist das Gespräch
25 Jahre evangelische Jugendarbeit in Duisburg
17. Juli 2008
Trotz aller Veränderungen in der Jugendarbeit sei auch nach 25 Jahren „nach wie vor das Gespräch die Hauptsache“, sagt Edgar de Haan, Jugendreferent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg. Im Vergleich zu den 80-er Jahren sei die Arbeit wesentlich differenzierter und vielfältiger geworden. Doch ebenso habe das Ausmaß der Verwaltungstätigkeiten zugenommen, stellt der 54-Jährige fest.
„Jugendarbeit bedeutet auch Gremienarbeit, damals wie heute.“ Edgar de Haan wurde nach dem Studium der Sozialpädagogik 1984 Jugendreferent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg-Süd. In dieser Funktion rückte er von Amts wegen in die politischen Gremien der Stadt. Die Verhandlungen im Jugendhilfeausschuss gehören seitdem zu seinem Arbeitspensum. Regelmäßige Sitzungen in Fachgremien wie der Arbeitsgemeinschaft „Offene Türen“, dem Jugendring auf Stadtebene und der Evangelischen Jugend im Rheinland schreiben sich gleichermaßen fest in seinen Terminkalender. Außerdem ist da noch der Hauptamtlichenkonvent, den de Haan 1984 für den damaligen Kirchenkreis Süd ins Leben rief: das bis heute regelmäßige Treffen der hauptberuflichen gemeindlichen Jugendmitarbeiter aus den südlichen Kirchengemeinden, die nun eine Möglichkeit für den Austausch fanden, anfangs, eine Möglichkeit sich überhaupt kennenzulernen.
Zwischen diesen Ebenen wurde Edgar de Haan zum Bindeglied: er ist Vermittler und Erklärer, denn Gesetze aus der Jugendpolitik berühren die Arbeit der Kirchengemeinden; die Probleme aus den Stadtteilen gelangen auch über ihn nach oben. Er versteht sich als Dienstleister für die Gemeinden.
In den Jugendzentren und Jugendhäusern der Evangelischen Gemeinden sei die Arbeit schwerer geworden, auch weil sich die Problemlagen der Kinder und Jugendlichen geändert haben. „Heute sind wir in der Jugendarbeit mit Harz IV und Schulverweigerern konfrontiert.“ Außerdem hätten sich die Spielräume in der Jugendarbeit verengt und die finanziellen Belastungen der Gemeinden spüre auch die Jugendarbeit.
Für Edgar de Haan muss heute ein ideales Jugendzentrum auch über neue Medien verfügen, denn „sie können wir aus dem Alltag der Jugendlichen nicht verdrängen.“ In den Einrichtungen lernen Jugendliche im Internet zu recherchieren oder Bildbearbeitung. Ältere lernen das Schreiben von Bewerbungen. Ein Standard der Jugendarbeit seien klare Regeln, also keine Gewalt, keine Drogen, und die starke ehrenamtliche Arbeit von Jugendlichen: „Sie übernehmen Vorbildfunktionen.“
Edgar de Haan begegnet nicht nur bei Kirche, sondern auch in Politik und Wirtschaft immer wieder Erwachsenen in unterschiedlichsten Positionen, die evangelische Jugendarbeit erlebt haben. „Wenn Kinder und Jugendliche mit evangelischer Kirche gute Lebenserfahrungen machen, dann werden sie dadurch geprägt und ich behaupte einfach: sie werden später mal daran denken.“
Trotz aller Gremienarbeit legt Edgar de Haan großen Wert darauf, den Draht zu den Jugendlichen nicht zu verlieren. „Einen Fuß muss ich in der praktischen Arbeit haben, denn nur im direkten Gespräch, ob beim Kickern, bei der Mitarbeiterschulung oder der Jugendfreizeit erfahre ich wie die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen ist.“ Die Hauptsache ist auch hier das Gespräch.
Text: Rolf Schotsch, Bild: Rüdiger Breer


