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    Gehörlosenseelsorge

     

    Der „Evangelische Gehörlosenverein Duisburg 1907“ und die „Evangelische Gehörlosengemeinde Duisburg“ wurden 100 Jahre alt.

    Aus diesem Anlass fand ein Festgottesdienst am 27. Mai 2007 in der Marienkirche Innenstadt, Josef-Kiefer-Straße 4, statt. Die Predigt, die in Gebärdensprache gedolmetscht wurde, hielt Superintendent Armin Schneider. Anschließend wurde zu einem festlichen Nachmittag in das benachbarte Gemeindehaus eingeladen.

    In der Marienkirche finden regelmäßig am vierten Sonntag im Monat um 15 Uhr Gottesdienste für Gehörlose statt, „und wer daran teilnimmt, erlebt einen sehr konzentrierten Gottesdienst, ohne Orgel, ohne Kirchenmusik aufgrund der Gehörlosigkeit, aber mit der Poesie von Gebärdenliedern, die von den gehörlosen Gottesdiensthelferinnen und – helfern vorgetragen werden,“ berichtet Gehörlosenpfarrer Volker Emler, der die Gehörlosengemeinde betreut. „Melodisch bewegen sich gebärdende Hände zum Lob Gottes. Gehörlose Christen sind im intensiven Augenkontakt mit dem Pfarrer, der Pfarrerin und den Gottesdiensthelfern, denn wenn ich eine Gebärde von den Händen und ein Wort von den Lippen nicht mitbekomme mit meinen Augen, muss ich mich sehr konzentrieren, um den Gottesdienst mit zu verfolgen“, so der Pfarrer.

    Ev. Gehörlosenseelsorge

    Henckelstraße 22
    45147 Essen
    Tel.: 0201 - 734982
    Fax: 0201 - 701242
    Wegbeschreibung

    Pfarrer Volker Emler

    Funktion: Pfarrer/in
    Ev. Gehörlosenseelsorge
    E-Mail: pfarrer.emler@t-online.de

    Marienkirche

    Josef-Kiefer-Straße 10
    47051 Duisburg
    Web: www.ekadu.de
    Wegbeschreibung
    Ein Gottesdienst der Evangelischen Gehörlosengemeinde Duisburg

    Im Jahre 1900 beschloss das „Königliche Consistorium“ in Koblenz, „für die evangelischen Taubstummen eine geordnete seelsorgerische Bedienung einzurichten“, berichtet Emler aus der Geschichte von Gehörlosengemeinde und Verein, die auch in einer Festschrift nachzulesen ist. Im Raum Duisburg stellte sich Pfarrer Hermann Sander 1905 der Taubstummenseelsorge zur Verfügung, 1907 kam es zur Gründung des Vereins „Rhein und Ruhr in Duisburg“, des späteren Evangelischen Gehörlosenvereins. Erster Vorsitzender wurde W. Lecke, ein Gehörloser aus Wanheimerort. Von 1926 bis 1967 war Pfarrer Heinrich Diehl für die gehörlosen Christen tätig. Die meiste Zeit trafen sich Gemeinde und Verein in der Marienkirche.

    Nach dem Krieg fanden im Gemeindehaus Ruhrort, dann wieder in der Innenstadt regelmäßig Gottesdienste und Nachversammlungen statt. Vorsitzender des Vereins war in der Nachkriegszeit der Gehörlose Ewald Reppke und dann 33 Jahre lang Wilhelm Brandel. Seit dem Jahre 2000 leitet Reinhard Stepputat den Verein, der zur Zeit 48 Mitglieder hat. Nachfolger von Pfarrer Heinrich Diehl wurde 1967 Pfarrer Wilhelm Rheingans und nach dessen Pensionierung 1974 Pfarrer Lorenz Grimoni. Seine Nachfolge trat im Jahr 2002 Pfarrer Volker Emler an, der den Duisburger Gehörlosen schon seit 1985 bekannt war.
    Seit vielen Jahren treffen sich gehörlose Gemeinde- und Vereinsmitglieder zum Gottesdienst in der Marienkirche und im Gemeindehaus zum „Treffpunkt der Gehörlosen e.V.“, zum Skat-Rommee-Club, zu Festen und zu Ausflügen und im Rahmen der Erwachsenenbildung auch zu Vorträgen und zum Austausch von Informationen. Zu einer regen Zusammenarbeit kam es auch über die Stadtgrenzen hinaus. Mit den Vereinen oder Gemeinden in Essen, Oberhausen und Mülheim gibt es eine Fülle von Begegnungen und gemeinsamen Veranstaltungen. Seit dem Jahre 2003 engagiert sich der Ev. Gehörlosenverein zusammen mit anderen Vereinen im Stadtverband Duisburger Gehörlosenvereine e.V. in der AG Handycap sowie im Behindertenbeirat der Stadt Duisburg zum Wohl der hörgeschädigten Bürger der Stadt. Ein Ergebnis dieser Bemühungen sind die regelmäßigen monatlichen Beratungszeiten mit Gebärdensprachdolmetschern in der Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen, sowie der Beratungsstelle für pflegebedürftige Menschen der Stadt Duisburg. 2006 wurde Kontakt zum Evangelischen Christophoruswerk in Obermeiderich aufgenommen. Dort wird im Alten- und Pflegeheim Peter-Kuhn-Haus ein kleiner Teilbereich für gehörlose Senioren mit gegenwärtig zwei Bewohnern aufgebaut. Die Mitarbeiter des Werkes werden in der Gebärdensprache geschult, um künftig auch weitere gehörlose Bewohner betreuen zu können.

    Für den Pfarrer der Gehörlosengemeinde, Volker Emler, unterscheidet sich die Gemeindearbeit zunächst einmal nicht von der üblichen Gemeindearbeit. Zu seinen Aufgaben gehören neben Gottesdiensten und vielen seelsorgerliche Gespräche Kinder- und Jugendarbeit, sechs Stunden Schulunterricht, Eltern-Kind-Gruppen, Seniorenarbeit, Erwachsenenbildung. Seine Zuständigkeit gilt allerdings für die Region Ruhrgebiet von Essen bis an die Grenzen des linken Niederrheins. “Man muss vertraut sein mit den Menschen, dann sind die Gespräche leichter“, berichtet Emler aus dem Umgang mit Gehörlosen. Er kann zwischen Hörenden und Gehörlosen in der Gebärdensprache dolmetschen, „Seelsorger für Gehörlose müssen die Gebärdensprache kennen.“ Die Gebärden hätten sich weiter entwickelt und es erleichtere Gehörlosen das Leben, wenn sie Gesprochenes nicht nur vom Munde ablesen sondern durch Gebärden unterstrichen aufnehmen könnten. Alle zwei Monate erarbeitet Emler mit den gehörlosen Gottesdiensthelfern Bibeltexte, „die Texte kommen bei den Gehörlosen anders rüber, als wenn ich als Nicht-Betroffener das mache.“

    Kaffetrinken für Gehörlose

    Treffpunkt für Gehörlose im Christophoruswerk 

    Vor einem Jahr entschied das Evangelische Christophoruswerk e.V. das Peter-Kuhn-Haus an de Bonhoeffer Straße in Meiderich einem Wohnbereich eine Wohngruppe für gehörlose Senioren aufzubauen.

    Mittlerweile werden drei Mitarbeiterinnen des Hauses in der Gebärdensprache geschult. Ein erster gehörloser Bewohner lebt seit einem Jahr auf der 1. Etage des Peter Kuhn-Hauses.

    Gemeinsam mit der Heim- und Pflegedienstleitung hat die Gehörlosenseelsorge alle drei Monate einen Treffpunkt angeboten. Das Kaffeetrinken, bzw. Grillen bietet den gehörlosen Gemeindegliedern aus Duisburg die Chance zum Kontaktaufbau mit der Senioreneinrichtung des Christopheruswerkes und der Kontaktpflege mit dem gehörlosen Bewohner.

    Ev. Christophoruswerk e.V. 
    Bonhoeffer Straße 6 - 22
    47138 Duisburg
    Tel.: 0203 - 4100
    Fax: 0203 - 4101000
    E-Mail: info@christophoruswerk.net
    Web: http://www.cwdu.de/