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    Notfallseelsorge

    WAZ-Aktion will Seelsorgern helfen

     

    Duisburg, 09.12.2010, Annette Kalscheur

    „Duisburg. Im Rahmen der Spendenaktion „Wir helfen den Helfern“ der WAZ-Redaktion in Duisburg sammeln wir bis zum Dreikönigstag für die Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Notfallseelsorger, die auch bei der Loveparade im Einsatz waren.

    Heilig Abend ist es fünf Monate her, dass Duisburg von einer Katastrophe überschattet wurde. Die Loveparade und Duisburg sind für immer mit dem Tod von 21 Menschen verknüpft. Und mit über 500 Verletzten. Unterstützung erfahren sie seither von den Notfallseelsorgern, die noch am Abend des 24. Juli ihren Dienst aufnahmen, Sterbende geleiteten, Hinterbliebene trösteten, Verletzten beistanden. Diese Aufgabe ist lange nicht beendet. An Tagen wie Weihnachten, dem Fest der Familie, wird der Verlust geliebter Menschen noch schmerzhafter ins Bewusstsein gerückt. Auch der Jahrestag wird Wunden aufreißen.

    Die Notfallseelsorger sind immer da, wenn Schreckliches geschieht, nach Unfällen, Tragödien, sie unterstützen Polizei und Feuerwehr – und sie halten aus, was menschenmöglich ist: Trauer, Wut, Fassungslosigkeit, unbändigen Schmerz.

    Duisburg hat als einzige Stadt in der Umgebung keinen hauptamtlichen Notfallseelsorger. Dies aufzufangen, ist Ziel der WAZ-Spendenaktion. Wir sammeln bis zum Dreikönigstag für die Aus- und Fortbildung der Notfallseelsorger, für eine bessere Ausstattung mit Kommunikationsmitteln, wollen Supervision ermöglichen. Und nicht zuletzt soll die WAZ-Aktion auch ein Symbol dafür sein, dass wir ihre Arbeit wertschätzen. Jeder von uns könnte sie einmal nötig haben.“


    Spenden können Sie unter dem Stichwort „WAZ Notfallseelsorge“ auf das Konto 10 10 10 10 14, Bank für Kirche und Diakonie, BLZ 350 601 90 überweisen.

     

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    Bundespräsident Christian Wulff ehrte die Helferinnen und Helfer des Unglücks der Loveparade in Duisburg (v.l.): Bianca van der Heyden (Polizeiseelsorgerin der Evangelischen Kirche im Rheinland), Joachim Müller-Lange (bisheriger Landespfarrer für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland), Klaus Andrees, Pfarrer Klaus Wendorff, Jutta Unruh (Landespfarramt für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland), Richard Bannert (Koordinator der Notfallseelsorge Duisburg), Angelika Koopmann (Oberhausen), Frater Michael (Abtei Hamborn), Gemeindereferent Berthold Rzymski (Leiter der Notfallseelsorge Oberhausen), Pfarrer Bernhard Lücking (Stadtdechant der Katholischen Kirche in Duisburg), Pfarrer Martin Winterberg, Pfarrer Bernhard Ludwig (Koordinator Notfallseelsorge im Evangelischen Kirchenkreis Moers). (Copyright: Bundesregierung)

    Bundespräsident Christian Wulff ehrt die Helferinnen und Helfer des Unglücks der Loveparade in Duisburg


    10.12.2010

    Bundespräsident Christian Wulff hat heute 200 Helferinnen und Helfer von Duisburg stellvertretend für alle Hilfs- und Rettungskräfte des Loveparade-Unglücks vom Juli seinen Dank ausgesprochen. Bei der Ehrung in Schloss Bellevue sagte Bundespräsident Christian Wulff: "In Duisburg hat sich eindrucksvoll bewährt, dass wir in unserem Land so viele Menschen haben, die sich beruflich, aber vor allem ehrenamtlich in verschiedenen Hilfsorganisationen engagieren und sich auf solche Notfälle vorbereiten. Wenn es darauf ankommt, sind sie dazu in der Lage, klug und besonnen zu helfen. Sie haben in Duisburg Unbeschreibliches und eigentlich Übermenschliches geleistet und dafür möchten wir uns bei Ihnen von ganzem Herzen bedanken."

    Die Helferinnen und Helfer sind von Hilfsorganisationen benannt worden und nahmen die Ehrung stellvertretend für die rund 5.000 Einsatzkräfte von Duisburg entgegen. Alle Einsatzkräfte erhalten vom Bundespräsidenten eine Anerkennungsurkunde.


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    EVANGELISCHE KIRCHE IM RHEINLAND
    PRESSEMITTEILUNG Nr. 187/2010
    Düsseldorf, 6. Dezember 2010


    Dank für den Einsatz bei der Loveparade-Katastrophe

    Bundespräsident ehrt Mitarbeitende aus Notfall- und Polizeiseelsorge


    Zwölf Mitarbeitende der Notfall- und der Polizeiseelsorge aus der Evangelischen Kirche im Rheinland und dem Bistum Essen werden für ihren Einsatz bei der Loveparade-Katastrophe im Juli geehrt: Am kommenden Freitag, 10. Dezember 2010, sind sie zu Gast bei Bundespräsident Christian Wulff in Berlin. Der Bundespräsident hat gut 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einsatzkräfte und Hilfsorganisationen ins Schloss Bellevue eingeladen, die sich bei der Panik auf der Loveparade um Sterbende, Verletzte und Traumatisierte des Unglücks und um die vom Einsatz belasteten Helferinnen und Helfer gekümmert haben.

    Stellvertretend für die vielen hundert Einsatzkräfte erhalten die vom Bundespräsidenten eingeladenen Frauen und Männer eine Anerkennungsurkunde für ihren Dienst. Schon am Rande des Gedenkgottesdienstes für die Unglücksopfer am 30. Juli in der Duisburger Salvatorkirche hatte sich Bundespräsident Christian Wulff im Stadthistorischen Museum mit Helferinnen und Helfern getroffen, um ihnen seinen Dank auszusprechen.


    Geehrte Notfallseelsorger aus dem Raum Duisburg: 

    • Evangelische Kirche Duisburg: Diakon Richard Bannert (Koordinator der evangelischen Notfallseelsorge Duisburg), Klaus Andrees, Pfarrer Martin Winterberg, Pfarrer Klaus Wendorff
    • Kath Kirche Duisburg: Frater Michael und Stadtdechant Bernhard Lücking
    • Katholische Kirche Oberhausen: Angelika Koopmann und Berthold Rzymski
    • Evangelische Kirche Moers: Pfarrer Bernhard Ludwig

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    • wenn die Not schockierend groß wird, weil das Entsetzen sich Raum greift
    • wenn ein plötzliches Ereignis aus der Lebensbahn herausreißt, weil der Tod
    • nicht immer vorher anklopft
    • wenn Perspektiven zusammenbrechen, weil der Partner/die Partnerin auf einmal fehlt

    ... dann will Kirche präsent sein, weil sie die Menschen nicht allein lässt.

     

    Notfallseelsorge hilft in Extremsituationen

    Quelle: www.ekir.de  

    Die "Seelsorge in Notfällen" ist so alt wie die Kirche selbst. Schon immer gehörte es zu den Aufgaben der Kirche, Menschen beizustehen, die in eine plötzliche Notsituation geraten sind oder eine Gewalterfahrung erleiden mussten.

     

    Notsituationen waren und sind oft verbunden mit erschreckendem Leid oder plötzlich zu erwartendem oder eingetretenen Tod.

     

    Die Notfallseelsorge ist die gegenwärtige Organisationsform für Seelsorge in Notfällen, bei denen Rettungsdienst, Feuerwehr und/oder Polizei tätig werden. Sie ersetzt nicht die gemeindliche Seelsorge, sondern geht ihr durch ihre schnelle Erreichbarkeit voraus, unterstützt sie fachlich und personell und mündet in ihr.

    Synonym für schnelles seelsorgliches Handeln

    Insofern ist die Notfallseelsorge die Kirchliche Antwort auf die Klage vieler Mitarbeitenden in Notarztdienst, Rettungsdiensten, Feuerwehren und Polizei Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, dass die Kirche in Notfällen immer weniger erreichbar sei. Anfang der neunziger Jahre gründeten sich regionale Initiativen, die Rufbereitschaften organisierten, bald war der Name Notfallseelsorge Synonym für schnelles seelsorgliches Handeln der Kirche geworden.

    Für die Leitstellen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ist die Notfallseelsorge innerhalb weniger Jahre zu einem verlässlichen Partner in der Rettungskette geworden. In der Kirche ist sie längst dem Pionierstadium entwachsen und wurde zu einem anerkannten Arbeitsfeld im gesellschaftsdiakonischen Dienst.

    Erste Hilfe für die Seele

    In diesem Sinn ist Notfallseelsorge "erste Hilfe für die Seele", Beistand und seelsorgliche Unterstützung in der akuten Notsituation. Sie geschieht im wesentlichen durch Beziehung, Begleitung, seelsorgliches Gespräch, liturgisches Handeln und Präsenz der Seelsorgerin oder des Seelsorgers vor Ort. Notfallseelsorge beschränkt sich in Worten und Riten auf das unmittelbar "Not-Wendende", zumeist auf die Gestaltung von Abschied und ermöglicht damit den Beginn der Trauerarbeit für die Betroffenen.

    Aussegnung und das stellvertretende fürbittende Gebet, das die Erschütterung, die Hilflosigkeit oder auch das Entsetzen der Angehörigen einschließen kann, haben in der konkreten Arbeit inzwischen einen hohen Stellenwert (wieder-)gefunden. Auch das seelsorgliche Eingehen auf Schocksituationen und die akute Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen gehört zu den Regelaufgaben in der Notfallseelsorge.

    250 Notfallseelsorgegruppen in ganz Deutschland

    Getragen werden die Notfallseelsorgedienste auf evangelischer Seite in der Regel von den Gemeindepfarrerinnen und -pfarrern, und von anderen hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern in einem so genannten Leitstellenbereich, zumeist in den räumlichen Grenzen einer Stadt oder eines Landkreises. In einigen Landeskirchen gehört es für Pfarrerinnen und Pfarrer verpflichtend zum Dienstauftrag hinzu, in der Notfallseelsorge mitzuarbeiten. Viele Dienste arbeiten bewusst ökumenisch mit der Katholischen Kirche.

    In einigen Regionen wirken Seelsorger  aus der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen mit, in einer Reihe von Notfallseelsorgediensten werden die Seelsorger von ehrenamtlichen Kräften mit entsprechender Ausbildung unterstützt oder arbeiten mit den Notfallnachsorgediensten des Deutschen Roten Kreuzes oder anderen Kriseninterventionsdiensten zusammen. Inzwischen gibt es über 250 Notfallseelsorgegruppen in ganz Deutschland. Notfallseelsorgedienste gibt es auch in der Schweiz und in Österreich.

    Für die Betroffenen extrem

    Die Mehrzahl der Notfallseelsorgeeinsätze ist unauffällig und völlig unspektakulär, auch wenn die Situation für die Betroffenen immer eine Extremsituation darstellt. Es sind die häuslichen Einsätze nach erfolgloser Reanimation, Plötzlichem Säuglingstod, dem Überbringen einer Todesbenachrichtigung im Zusammenwirken mit der Polizei, die den überwältigenden Teil der seelsorglichen Tätigkeit in Extremsituationen ausmachen.

    Ein Teil der Notfallseelsorgeeinsätze geschieht im öffentlichen Raum und wird daher von der interessierten Öffentlichkeit in besonderer Weise wahrgenommen. Dazu gehören z.B. Verkehrsunfälle mit Verletzten und Toten, Wohnungsbrände, aber auch Verbrechen und Suizide. Im öffentlichen Raum agieren Notfallseelsorger wie die anderen Einsatzkräfte mit ihrer Schutzbekleidung. Auch in diesen Notfällen gelten alle Prinzipien der Seelsorge.

    Bei Großschadenslagen auch Aufmerksamkeit der Medien

    Ins Licht der Medien gerät die Notfallseelsorge immer wieder bei Großschadenslagen. Auch in diesen Situationen versucht die Notfallseelsorge, so individuell wie möglich Beistand zu leisten, allerdings unter den Bedingungen einer Katastrophe. Das bedeutet, dass sie auch in der Struktur der Katastrophenabwehr zu arbeiten hat. Hierzu wurden in einigen Bundesländern inzwischen unterschiedliche Organisationsmodelle geschaffen.

    Einen besonderen Wert hat die Notfallseelsorge von Anfang an auf die gute Vorbereitung ihrer Mitarbeitenden gelegt. So gibt es inzwischen bundesweite Aus- und Fortbildungsprogramme.

    Erfahrungsaustausch und Fortbildung

    In allen Landeskirchen wurden Beauftragte für Notfallseelsorge ernannt, die für den Erfahrungsaustausch unter den Notfallseelsorgegruppen sorgen, die Aus- und Fortbildung koordinieren und bei größeren Schadenslagen die überregionale Unterstützung leiten. Die evangelischen Beauftragten sind seit 1997 zusammengeschlossen in der Konferenz Evangelischer Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger in der EKD.

    Ebenfalls 1997 wurden die "Kasseler Thesen" verabschiedet, ein Konsenspapier der Notfallseelsorge in Deutschland.


    Joachim Müller-Lange, Vorsitzender der Konferenz Evangelischer Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger in der EKD 20.07.2006

     

    Quelle: www.ekir.de 

     

     

     

    Synodalauftrag - Notfallseelsorge

    Am Burgacker 14 - 16
    47051 Duisburg
    Tel.: 0203 - 2951-0
    Fax: 0203 - 2951-191
    Web: www.kirche-duisburg.de
    Wegbeschreibung

    Diakon Richard Bannert

    Funktion: Auftrag für kirchliche Arbeitsgebiete
    Synodalauftrag - Notfallseelsorge
    Tel.: 0203 - 9858631
    E-Mail: richard.bannert@gmx.de