Bundespräsident Christian Wulff ehrte die Helferinnen und Helfer des Unglücks der Loveparade in Duisburg (v.l.): Bianca van der Heyden (Polizeiseelsorgerin der Evangelischen Kirche im Rheinland), Joachim Müller-Lange (bisheriger Landespfarrer für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland), Klaus Andrees, Pfarrer Klaus Wendorff, Jutta Unruh (Landespfarramt für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland), Richard Bannert (Koordinator der Notfallseelsorge Duisburg), Angelika Koopmann (Oberhausen), Frater Michael (Abtei Hamborn), Gemeindereferent Berthold Rzymski (Leiter der Notfallseelsorge Oberhausen), Pfarrer Bernhard Lücking (Stadtdechant der Katholischen Kirche in Duisburg), Pfarrer Martin Winterberg, Pfarrer Bernhard Ludwig (Koordinator Notfallseelsorge im Evangelischen Kirchenkreis Moers). (Copyright: Bundesregierung)
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„Werte in der Krise – Was hält die Gesellschaft zusammen?“, Sonntag, 3. Juni 2012 17 Uhr, Salvatorkirche
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Antwort auf Fragen rund um Evangelische Kirche / Eintrittsstelle an der Salvatorkirche
Notfallseelsorge
- wenn die Not schockierend groß wird, weil das Entsetzen sich Raum greift
- wenn ein plötzliches Ereignis aus der Lebensbahn herausreißt, weil der Tod
- nicht immer vorher anklopft
- wenn Perspektiven zusammenbrechen, weil der Partner/die Partnerin auf einmal fehlt
... dann will Kirche präsent sein, weil sie die Menschen nicht allein lässt.
Notfallseelsorge hilft in Extremsituationen
Quelle: www.ekir.de
Die "Seelsorge in Notfällen" ist so alt wie die Kirche selbst. Schon immer gehörte es zu den Aufgaben der Kirche, Menschen beizustehen, die in eine plötzliche Notsituation geraten sind oder eine Gewalterfahrung erleiden mussten.
Notsituationen waren und sind oft verbunden mit erschreckendem Leid oder plötzlich zu erwartendem oder eingetretenen Tod.
Die Notfallseelsorge ist die gegenwärtige Organisationsform für Seelsorge in Notfällen, bei denen Rettungsdienst, Feuerwehr und/oder Polizei tätig werden. Sie ersetzt nicht die gemeindliche Seelsorge, sondern geht ihr durch ihre schnelle Erreichbarkeit voraus, unterstützt sie fachlich und personell und mündet in ihr.
Synonym für schnelles seelsorgliches Handeln
Insofern ist die Notfallseelsorge die Kirchliche Antwort auf die Klage vieler Mitarbeitenden in Notarztdienst, Rettungsdiensten, Feuerwehren und Polizei Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, dass die Kirche in Notfällen immer weniger erreichbar sei. Anfang der neunziger Jahre gründeten sich regionale Initiativen, die Rufbereitschaften organisierten, bald war der Name Notfallseelsorge Synonym für schnelles seelsorgliches Handeln der Kirche geworden.
Für die Leitstellen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ist die Notfallseelsorge innerhalb weniger Jahre zu einem verlässlichen Partner in der Rettungskette geworden. In der Kirche ist sie längst dem Pionierstadium entwachsen und wurde zu einem anerkannten Arbeitsfeld im gesellschaftsdiakonischen Dienst.
Erste Hilfe für die Seele
In diesem Sinn ist Notfallseelsorge "erste Hilfe für die Seele", Beistand und seelsorgliche Unterstützung in der akuten Notsituation. Sie geschieht im wesentlichen durch Beziehung, Begleitung, seelsorgliches Gespräch, liturgisches Handeln und Präsenz der Seelsorgerin oder des Seelsorgers vor Ort. Notfallseelsorge beschränkt sich in Worten und Riten auf das unmittelbar "Not-Wendende", zumeist auf die Gestaltung von Abschied und ermöglicht damit den Beginn der Trauerarbeit für die Betroffenen.
Aussegnung und das stellvertretende fürbittende Gebet, das die Erschütterung, die Hilflosigkeit oder auch das Entsetzen der Angehörigen einschließen kann, haben in der konkreten Arbeit inzwischen einen hohen Stellenwert (wieder-)gefunden. Auch das seelsorgliche Eingehen auf Schocksituationen und die akute Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen gehört zu den Regelaufgaben in der Notfallseelsorge.
250 Notfallseelsorgegruppen in ganz Deutschland
Getragen werden die Notfallseelsorgedienste auf evangelischer Seite in der Regel von den Gemeindepfarrerinnen und -pfarrern, und von anderen hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern in einem so genannten Leitstellenbereich, zumeist in den räumlichen Grenzen einer Stadt oder eines Landkreises. In einigen Landeskirchen gehört es für Pfarrerinnen und Pfarrer verpflichtend zum Dienstauftrag hinzu, in der Notfallseelsorge mitzuarbeiten. Viele Dienste arbeiten bewusst ökumenisch mit der Katholischen Kirche.
In einigen Regionen wirken Seelsorger aus der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen mit, in einer Reihe von Notfallseelsorgediensten werden die Seelsorger von ehrenamtlichen Kräften mit entsprechender Ausbildung unterstützt oder arbeiten mit den Notfallnachsorgediensten des Deutschen Roten Kreuzes oder anderen Kriseninterventionsdiensten zusammen. Inzwischen gibt es über 250 Notfallseelsorgegruppen in ganz Deutschland. Notfallseelsorgedienste gibt es auch in der Schweiz und in Österreich.
Für die Betroffenen extrem
Die Mehrzahl der Notfallseelsorgeeinsätze ist unauffällig und völlig unspektakulär, auch wenn die Situation für die Betroffenen immer eine Extremsituation darstellt. Es sind die häuslichen Einsätze nach erfolgloser Reanimation, Plötzlichem Säuglingstod, dem Überbringen einer Todesbenachrichtigung im Zusammenwirken mit der Polizei, die den überwältigenden Teil der seelsorglichen Tätigkeit in Extremsituationen ausmachen.
Ein Teil der Notfallseelsorgeeinsätze geschieht im öffentlichen Raum und wird daher von der interessierten Öffentlichkeit in besonderer Weise wahrgenommen. Dazu gehören z.B. Verkehrsunfälle mit Verletzten und Toten, Wohnungsbrände, aber auch Verbrechen und Suizide. Im öffentlichen Raum agieren Notfallseelsorger wie die anderen Einsatzkräfte mit ihrer Schutzbekleidung. Auch in diesen Notfällen gelten alle Prinzipien der Seelsorge.
Bei Großschadenslagen auch Aufmerksamkeit der Medien
Ins Licht der Medien gerät die Notfallseelsorge immer wieder bei Großschadenslagen. Auch in diesen Situationen versucht die Notfallseelsorge, so individuell wie möglich Beistand zu leisten, allerdings unter den Bedingungen einer Katastrophe. Das bedeutet, dass sie auch in der Struktur der Katastrophenabwehr zu arbeiten hat. Hierzu wurden in einigen Bundesländern inzwischen unterschiedliche Organisationsmodelle geschaffen.
Einen besonderen Wert hat die Notfallseelsorge von Anfang an auf die gute Vorbereitung ihrer Mitarbeitenden gelegt. So gibt es inzwischen bundesweite Aus- und Fortbildungsprogramme.
Erfahrungsaustausch und Fortbildung
In allen Landeskirchen wurden Beauftragte für Notfallseelsorge ernannt, die für den Erfahrungsaustausch unter den Notfallseelsorgegruppen sorgen, die Aus- und Fortbildung koordinieren und bei größeren Schadenslagen die überregionale Unterstützung leiten. Die evangelischen Beauftragten sind seit 1997 zusammengeschlossen in der Konferenz Evangelischer Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger in der EKD.
Ebenfalls 1997 wurden die "Kasseler Thesen" verabschiedet, ein Konsenspapier der Notfallseelsorge in Deutschland.
Joachim Müller-Lange, Vorsitzender der Konferenz Evangelischer Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger in der EKD 20.07.2006
Quelle: www.ekir.de
Synodalauftrag - Notfallseelsorge
Am Burgacker 14 - 1647051 Duisburg
Tel.: 0203 - 2951-0
Fax: 0203 - 2951-191
Web: www.kirche-duisburg.de
Wegbeschreibung
Diakon Richard Bannert
Funktion: Auftrag für kirchliche ArbeitsgebieteSynodalauftrag - Notfallseelsorge
Tel.: 0203 - 9858631
E-Mail: richard.bannert@gmx.de




