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Deutschland singt... die Aktion kam in Duisburg trotz bescheidenen Wetters gut an; Foto: Ursula Herborn Deutschland singt... die Aktion kam in Duisburg trotz bescheidenen Wetters gut an; Foto: Ursula Herborn

Duisburger sangen mit Kantor Daniel Drückes

Freiheitslieder zur Wiedervereinigung

Christliche Gemeinden aus dem Süden der Stadt organisierten die Duisburger „Dankedemo“ als Teil der bundesweiten Aktion „3. Oktober Deutschland singt“ zum Tag der deutschen Einheit. 30 Jahre Freiheit und Einheit sind ein Grund zu feiern und dankbar zu sein.  

Deshalb stellte die freie evangelische Gemeinde Wanheimerort mit städtischer Unterstützung eine Sing- und Dankveranstaltung unter freiem Himmel auf die Beine. Auf dem König Heinrich Platz versammelten sich vor dem City Palais knapp 80 eingemummelte Menschen und vergruben die frisch desinfizierten Hände in den warmen Manteltaschen. Musikalische Unterstützung für die Initiatoren um Roland Hölzl, den Pastor der freien Gemeinde, gab es von Daniel Drückes, dem Kantor der evangelischen Gemeinde Wanheimerort. Der hatte drei Sängerinnen und einen Sänger aus seinem Chor „Praising“ mitgebracht. Er setzte sich ans Keyboard und eröffnete den Abend mit dem trotzigen Volkslied aller Unterdrückten „Die Gedanken sind frei“. „Habt ihr das gemeinsame Singen auch so vermisst wie ich?“, fragte Drückes die fröhlichen Sänger und gab sich direkt selbst die Antwort „Muss wohl, sonst wären kaum so viele von euch gekommen“.

 Roland Hölzl bekannte in seiner Begrüßungsrede, dass bei ihm das Staunen über das Wunder der friedlichen Wiedervereinigung beider deutscher Staaten auch nach 30 Jahren nicht aufgehört habe. „Gott ist ein lebendiger Gott, der Völkergeschichte schreibt“, sagte er und drückte auch seine Dankbarkeit für 75 Jahre Frieden aus.

Für den Duisburger Bürgermeister Manfred Osenger war der Abendtermin schon die zweite Gedenkveranstaltung des Tages. Aber man habe bei der städtischen Feier zum Tag der Einheit mit 50 Teilnehmenden in der Gebläsehalle natürlich weder singen noch pfeifen dürfen, räumte Osenger schmunzelnd ein.  Danach konnte nur Wind of Change von den Scorpions kommen, das traditionell mit schwerem deutschem Akzent gesungen werden muss. Alle Whistleblower vor Ort unterstützen gerne den Kantor am Keyboard, der behauptete, dass für ihn alleiniges, freies Pfeifen zu den schweren Prüfungen gehöre. Es wurden Kerzen in der Dämmerung geschwenkt und der gemeinsame Gesang überwand allmählich die hygienisch notwendigen Zwischenräume zwischen den Singenden. Einen nachdenklichen Akzent setzten vier Zeitzeugen, die von ihrem Weg in die persönliche Freiheit berichteten. Ihr Großvater habe nie von der sowjetischen Gefangenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt, weil er vor seiner Freilassung schwören musste, darüber zu schweigen, erzählte Tabea Schönborn. Erst nach dem Mauerfall sei diese Last von ihm abgefallen. Für Deborah Marschner hörten dagegen die Probleme nach der Wiedervereinigung nicht auf. „In der DDR durfte ich kein Abitur machen, weil dem Staat meine Gesinnung nicht passte. Dort war meine Ausbildung zur Kinderdiakonin nicht anerkannt, weil sie christlich war. Im Westen war sie dann später auch nicht anerkannt, weil sie schlicht unbekannt war“, berichtete sie und musste zwischendurch ordentlich schlucken, vor allem, weil die Lieder alte Erinnerungen aufsteigen ließen.

„Man bleibt ein Stück entwurzelt“, bekannte Anett Volke, die 1990 ihrer Mutter nach Duisburg gefolgt ist, „aber ich übe jetzt schon 28 Jahre Wiedervereinigung mit meinem Duisburger Ehemann. Es geht gut und es ist machbar.“ Mit der Europahymne ließen Drückes und seine Vorsänger mit den dekorativen Lichterkränzen im Haar den Abend ausklingen.

Text: Sabine Merkelt-Rahm

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04.10.2020



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