Gottesdienste

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Missbrauch

In der Evangelischen Kirche im Rheinland gelten Leitlinien zum Umgang mit sexualisierter Gewalt, es gibt klare Verfahrenswege und Hilfen für Betroffene. Hier finden Sie Kontakte und Materialien.

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Kircheneintritt

Wir laden Sie ein, neue Erfahrungen mit Gemeinde, Glaube und Gott zu suchen. Wir laden Sie herzlich ein, Mitglied in der Evangelischen Kirche zu werden.

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Diakonie in Duisburg

Die Diakonie der evangelischen Kirche in Duisburg bietet Rat, Hilfe und Unterstützung in allen Lebenslagen und ist in sämtlichen Bereichen der sozialen Arbeit tätig.

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Losung für den 23.06.2021

Ich will dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben. Psalm 63,5

Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. Kolosser 1,11-12

Der Direkte Draht

Unsere PDF-Adressbroschüre aus dem Bereich der evangelischen Kirche und ihrer Diakonie in Duisburg

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Umfrage zum Kirchenaustritt

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Service

Pfarrerin Esther Immer und Remé Haßmann im Gespräch; Foto: Reiner Terhorst Pfarrerin Esther Immer und Remé Haßmann im Gespräch; Foto: Reiner Terhorst

Kooperation zwischen den Kirchengemeinden Meiderich und Obermeiderich und dem Christophoruswerk

Bunte Zuversicht und Hoffnung

René Haßmann hält einige Papierseiten hoch und bemerkt: „Ich nehme die Predigt mit, und sie nimmt mich mit. Zeile für Zeile.“ Sofort fällt ein buntes Bild auf der Vorderseite auf. Der Mitt-60er sieht es und sagt: „Das animiert doch direkt, den Text zu lesen.“ Er freut sich richtig auf die neue „Predigt zum Mitnehmen“, die  er nach dem Gespräch mit Pfarrerin Immer auf sein Zimmer mitnehmen wird.

Nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt, lebt Haßmann seit einem Jahrzehnt im Werner-Brölsch-Haus des Evangelischen Christophoruswerkes. Er ist auf dauerhafte Pflege und Unterstützung angewiesen; und die bekommt er hier. Corona hat es aber nicht einfacher gemacht, den Tag einigermaßen ausgefüllt und sinnvoll über die Runden zu bekommen. Besuche, Kontakte und Gespräche waren merklich eingeschränkt.

 

Das galt und gilt natürlich auch für die Menschen, die nicht in einer Pflegeeinrichtung leben. Viele Bereiche des gewohnten Miteinanders waren und sind betroffen. Auch Präsenzgottesdienste in den Kirchen konnten nicht stattfinden. Die Gottesdienste im großen Saal des Jochen-Klepper-Hauses im Christophoruswerk mussten ebenfalls ausgesetzt werden. Da hier viele pflegebedürftige Menschen nicht so sehr mit Internet-Alternativen vertraut sind, wurde die „Predigt zum Mitnehmen“ auf den Weg gebracht.

 

Für Pfarrerin Esther Immer, die evangelische Altenseelsorgerin im Christophoruswerk, und ihren katholischen Kollegen Diakon Martin Walter, war das eine Möglichkeit, ihre sonntäglichen Botschaften an den Mann oder an die Frau zu bringen. Die Resonanz der Bewohner war groß. Esther Immer bekam Anrufe, unter ihre Bürotür wurden Zettel geschoben. Wenn man sich mal auf dem Gang begegnete, wurde nicht selten gefragt, ob es denn am nächsten Sonntag wieder die Predigt zum Mitnehmen gebe.

 

Wer die verschriftliche religiöse Ansprache nicht selbst nicht abholen konnte, dem wurde sie halt auf das Zimmer gebracht. Die Alltagsbegleiter im Haus haben sie auch oft Bewohnern vorgelesen. Auch von denen bekam die Pfarrerin eine Rückmeldung. „Das war aber diesmal ein langer Text“, war eine Reaktion. Aber auch Worte wie „Das tat ja richtig gut“ waren zu hören. Esther Immer hat sich mal mit dem für den entsprechenden Sonntag vorgeschlagenen Predigttext auseinandergesetzt, aber auch eigene Gedanken und Ereignisse „verarbeitet“. Anfangs gab es nur einen Text, dann kam ein Foto hinzu. Zuerst alles schwarz-weiß, dann farbig.

 

„Bei allen tristen und dunklen Momenten ist das Leben ja bunt“, sagt René Haßmann. Die Predigt zum Mitnehmen ist inzwischen sogar ein Teil seines Alltags im Christophoruswerk geworden. Er heftet sie sorgfältig ab. „Wenn ich die neue Predigt in meinen Sammelordner packe, blättere ich stets in den früheren rum. Dann fällt mir etwas auf, was ich vorher gar nicht so auf dem Schirm hatte. Das alles hält mich geistig fit, denn ich setze mich mit den Texten wirklich auseinander, denke nach, frage nach. Sie ermuntern mich oft, geben mir Kraft und Zuversicht.“ Der auf den Rollstuhl Angewiesene beklagt sich nicht, er hadert nicht mit seinem Schicksal. Plötzlich blickt er wieder zu Esther Immer und sagt: „Jesus hat doch noch viel Schlimmeres durchgemacht.“ Haßmann selbst war vor seiner Erkrankung kirchlich engagiert. In Büderich, wo er aufgewachsen ist, war er Kindergottesdiensthelfer und machte im Posaunenchor mit. Als er nach Duisburg zog, hat er sich als Lektor betätigt, sang im Kirchen-  und im Gospelchor. Kirche hatte im stets viel bedeutet. Den Predigten hatte er meistens aufmerksam zugehört, aber vielfach sind sie ihm nicht im Gedächtnis geblieben. Da hilft ihm die Predigt zum Mitnehmen öfter mal auf die Sprünge. „Längst hat die Predigt zum Mitnehmen weite Kreise gezogen“, freut sich Esther Immer. Schon frühzeitig in der Pandemie hatte die Evangelische Kirchengemeinde Obermeiderich, auf deren Gebiet das Christophoruswerk liegt, mit Video-Botschaften oder Online-Gottesdiensten den Kontakt zu den Menschen gehalten. Eine weitere Möglichkeit wurde die Predigt zum Mitnehmen. So stießen die Obermeidericher Pfarrerin Sarah Süselbeck und die dortige Diakonin Gisela Rastfeld schnell zum Team. Die Gemeinde Meiderich ist auch schon lange mit von der Partie.

 

Alle Beteiligten sind sich einig, dass es die Predigt zum Mitnehmen auch nach Corona geben soll und wird. Sie hat sich bewährt und wird viele Anregungen und Impulse  bewahren. „Das ist schön“, bedankt sich René Haßmann abschließend. Und Pfarrerin Esther Immer lächelt.

 

Text und Bild: Reiner Terhorst

 

 

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